Praktika

Innerhalb der vier Oberstufenjahre durchleben die Schülerinnen der Waldorfschule vier außerschulische Praktika : Landwirtschaftspraktikum, Feldmesspraktikum, Betriebspraktikum und Sozialpraktikum dient den Schülerinnen als Hilfestellung in ihrer Persönlichkeitsentwicklung begleiten.

Die Praktika setzen zu dem Zeitpunkt ein, wo es darum geht, die selbständige Entwicklung der Schülerinnen zu fördern, indem ihr Interesse besonders auf die sie umgebende Welt gerichtet wird.

Die Erfahrungen des "wirklichen" Lebens mit verantwortlichem Tätigsein am Arbeitsplatz sind neben dem schulischen Lernen eine notwendige Voraussetzung für eine differenzierte Urteilsbildung.

Den Menschen zu erden, wenn er droht, innerlich sich zu verlieren, also auf einem Höhepunkt der Pubertät, hilft das Landwirtschaftspraktikum.

Seinen Standpunkt zu finden und von dort aus ein Ganzes zu bemessen, ist Ziel des Feldmessens- und des Betriebspraktikums in der 10. Klasse. Der drohenden Vereinseitigung der seelischen Entwicklung wirkt der notwendige Blickwechsel entgegen.

Sich anderen zuzuwenden und ihn en aus der Individualität des Menschseins heraus aufzuhelfen ist Mittelpunkt des Sozialpraktikums.

Klasse 9. - Landwirtschaftspraktikum

Die SchülerInnen arbeiten auf Bauernhöfen und lernen dabei Arbeitsweisen und Zusammenhänge kennen. Abhängigkeit von der Natur, Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse und Rhythmen der Tiere gehören ebenso zu den besonderen Erfahrungen wie die Anwendung der ökologischen Wirtschaftsweise.

Klasse 10. - Feldmessen - Betriebspraktikum

Die mathematischen Erkenntnisse, die bislang erworben wurden, finden ihren Niederschlag in einem Vermessungspraktikum. Auf einfache, überschaubare Weise lernen die Schüler den Umgang mit empfindlichen Messgeräten und das Aufnehmen und Registrieren von Messreihen. Anschließend werden die gemessenen Daten in eine topografische Karte umgesetzt, die so genau sein soll, dass sie auch gebraucht werden kann.

Das Betriebspraktikum soll in die Berufswelt Einblicke gewähren, in der viele Menschen durch die Zusammenarbeit Leistungen erzielen, die von Einzelpersonen nicht erbracht werden könnten und auf die unsere Gesellschaft nicht verzichten kann.

Das Erkennen der Probleme sowie deren praktische Bewältigung sollten an einer Arbeitsstelle erlebt werden.

Klasse 11. - Sozialpraktikum

Ziel des Sozialpraktikums ist den Umgang und die Arbeit mit geistig und oder physisch behinderten Menschen kennen zu lernen. Drei Wochen verbringt der Schüler alleine oder zu zweit mit einem Klassenkameraden in einer sozialtherapeutischen Einrichtung. So lernt man das alltägliche Leben in der Einrichtung kennen.

Wenn auch nicht zu Beginn, jedoch nach den ersten Tagen, findet man sich zu recht, lernt die Bewohner zu verstehen, wird von vielen ins Herz geschlossen und versteht sich mit den Angestellten. Über diese drei Wochen sammelt man wichtige Erfahrungen für das Leben, auch wenn andere Berufe angestrebt werden.

Eine weitere Besonderheit ist, dass erwachsene Menschen auf die Hilfe des Schülers angewiesen sind, da es sonst im Alltäglichen, ob in der Familie oder der Schule, andersherum ist. Manch einer sieht darin auch seine zukünftige Lebensaufgabe oder schlägt einen ähnlichen Weg ein.