Klassenspiel

„Ein Sommernachtstraum“ nach William Shakespeare

In der Mittsommernacht treffen im Wald von Athen unterschiedlichste Gruppen aufeinander:

- eine Elfenschar mit König und Königin, die völlig miteinander verstritten sind

- vier junge Leute, zum Teil verliebt, zum Teil eifersüchtig aufeinander, auf der Suche nach Rettung oder den jeweils anderen

- eine Gruppe eher minderbemittelter Handwerker, die in Ruhe ein Theaterstück proben wollen. Das wollen sie zur Hochzeit ihres Herrschers Theseus mit der Amazonenkönigin aufführen

Angeführt vom frechen Puck stiften die Elfen allerhand Unruhe und Verwirrung, bis schließlich am Ende „jeder Topf seinen Deckel findet“.

Das Klassenspiel in der achten Klasse

Auch wenn es im ersten Lehrplan der Waldorfschulen noch nicht aufgeführt war, gehört das Achtklassstück heute neben Klassenfahrt und Jahresarbeit zu den Höhepunkten der achten Klasse an vielen Waldorfschulen im In- und Ausland. In der Zeit der Pubertät, wo viele Jugendliche ihren Standpunkt ganz neu bestimmen müssen, kann es eine große Hilfe sein, in eine völlig andere Rolle hineinzuschlüpfen. Da traut sich dann manche(r), der/die sich sonst am liebsten ganz verstecken möchte, auf der Bühne total aus sich heraus zu gehen. Das tut gut! An der Sprache, die sich in diesem Alter gern verwischt und verschleift, wird intensiv gearbeitet, ebenso an Gesten und Körperausdruck. Das wichtigste für mich ist aber, dass das Klassenspiel eine Gemeinschaftsarbeit ist. Egal, ob „große“ oder „kleine“ Rolle, jede(r) trägt zum Gelingen des Ganzen bei. Dazu kommt die Arbeit an Kulissen, Requisiten, Kostümen und Maske, wo wieder andere Fähigkeiten gefordert sind. Immer wieder habe ich erlebt, wie nach dem Klassenspiel die Schülerinnen und Schüler innerlich gewachsen sind, aber auch die Klassengemeinschaft gestärkt war.

Christiane Wehnert.