Fächer

Sprachen

Ab der 1. Klasse werden zwei Fremdsprachen unterrichtet. Dies sind Englisch und Französisch. Der Sprachunterricht beginnt so früh, weil der Unterricht mit der Nachahmungsfähigkeit der Kinder arbeitet, die in den ersten drei Schuljahren noch besonders groß ist. Es geht zunächst also vor allem um die Sprachwahrnehmung.

Die vom eigenen Spracherlernen lebendigen Imitationsreflexe sollen hier noch nutzbar gemacht werden, um den anderen Klang, die andere Sprachmelodie spielerisch in Ohr und Mund zu bringen. So erlernen die Schüler in den ersten drei Schuljahren Redewendungen, Sprichwörter, Reime und vor allem Lieder. Sie erüben den Grundwortschatz in Sprachspielen und indem sie Rollen in kleinen Theaterstücken einstudieren. Ab der 4. Klasse beginnt dann im Sprachunterricht das Üben im Lesen und Schreiben der fremden Sprache.

Ab der 5. Klasse tritt immer stärker das Erarbeiten der grammatischen Strukturen in den Vordergrund. Bis zur 8. Klasse sollte diese Arbeit abgerundet werden. Altersentsprechende Lektüre vermittelt den notwendigen Wortschatz und den ersten Ansatz der Landeskunde. In der Oberstufe liegt das Bestreben darin, das bisher Gelernte in die freie Verfügung der Jugendlichen übergehen zu lassen. Die angelegten Grammatikstrukturen werden wiederholt und vertieft und letzte neue Kapitel erarbeitet. Dann sollte der Schüler in der Lage sein, von nun an englisch- und französischsprachige Werke im Original zu lesen. Vom methodischen Ansatz her hat der einsprachige Unterricht Priorität, bedeutet aber keine Ablehnung der Zweisprachigkeit.

Ziel des Fremdprachenunterrichtes ist es, dass sich der Schüler in der Sprache wohl fühlt, typische landeskundliche und mentatlitätsbezogene Eigenheiten kennenlernt und fähig ist, sich schriftlich und mündlich auszudrücken.

DELF

DELF („Diplôme d’Études en Langue Française“) ist ein vom französischen Staat ausgestelltes Zertifikat. Jeder Schüler hat die Möglichkeit seine Französischkenntnisse anerkennen zu lassen. Die Prüfungsinhalte richten sich nach den Kriterien des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens. Für jedes Sprachniveau gibt es die Möglichkeit, ein Zertifikat zu erlangen, auch für Anfänger.

Das Sprachzertifikat DELF ist unbegrenzt gültig und attestiert die Beherrschung der vier Sprachkompetenzen Hörverstehen, Leseverstehen, schriftlicher und mündlicher Ausdruck.

Diese Prüfung basiert auf Verständnis und Kommunikation. Bewertet wird, was der Schüler kann, und zensiert nicht, was er nicht kann. Die SchülerInnen haben die Möglichkeit sich selbst in einer Prüfungssituation zu erleben, einzuschätzen und ihre Französischkenntnisse nachzuweisen, auch wenn sie kein Abitur machen.

A1: Bei der ersten Kompetenzstufe wird getestet, ob der Teilnehmer einfachste Situationen verstehen kann und Grundkenntnisse vorhanden sind.

A2: Die zweite Kompetenzstufe überprüft elementare Umgangsformen, die die Bewältigung des Alltags gewährleisten.

B1: Hier wird der Schritt weg von der elementaren bis hin zur selbstständigen Sprachverwendung vollzogen. Hauptaugenmerk liegt auf dem flexiblen Sprachumgang in alltäglichen Situationen.

B2: Die vierte Kompetenzstufe prüft den unabhängigen Sprachgebrauch und verlangt eine schlüssige Argumentation, sprachliche Gewandtheit sowie ein ausgeprägtes Sprachbewusstsein.

Werken

Werken beginnt in der 5. Klasse mit dem Schnitzmesser. Die Kinder arbeiten mit Durchsetzungskraft und der richtigen Technik an ihrem Holz und geben ihm eine neue Form. Dabei gilt zu beachten: Die richtige Messerhaltung, damit ich mich und die anderen Kinder nicht verletze und das genaue Beobachten von dem, was ich tue, denn sonst ist das Werkstück kaputt oder der Brieföffner/ das Buttermesser durchgeschnitzt. Die Kinder lernen vom Holz zu "lesen" und die Richtung der Maserung zu beachten. Die Achtsamkeit und Konzentration der Kinder wird gefordert.

Das Holz ist hart. Kraft und Geschicklichkeit und die Erfahrung, dass es für jede Aufgabenstellung das passende Werkzeug gibt, führen dazu, dass die Kinder Freude haben, ihr Werkstück zu beenden. Ich bin es, der etwas erschafft - und was ich erschaffen habe, das wird sogar benutzt! In der 6. Klasse kommen Schnitzeisen, Klöppel und Raspel als Werkzeug dazu, denn die Kinder haben mittlerweile an Kraft und Erfahrung hinzugewonnen, so dass Löffel in allen erdenklichen Variationen bis hin zum Salatbesteck gefertigt werden. Auch eine Schale wird geschnitzt. hier gilt es sehr genau zu arbeiten, denn mit einem falsch gesetzten Schlag kann die Arbeit von Wochen entzwei sein. In der 7. Klasse wird die Schale beendet und die Kinder können nun mit ihrer Erfahrung ein Tier oder ein Boot erstellen.

Musikunterricht

Musikunterricht wird von der ersten bis zur zwölften Klasse erteilt. Klassenübergreifender Chorunterricht wird für alle Schüler der Schule angeboten, und ab der dritten Klasse gibt es die Möglichkeit dem Schulorchester beizutreten. Inhaltlich führt der Musikunterricht die Schüler von der Quintenstimmung in den ersten beiden Klassen über Kanons und die Mehrstimmigkeit zu neuen Ufern in der Mittelstufe, in dem andere Kulturen, interessante Rhythmen und die Biografien bedeutender Musiker, sowie die Grundlagen der Musiktheorie und der Harmonielehre kennengelernt werden. In der Oberstufe durchwandern die Jugendlichen die großen Musikepochen der europäischen Kultur und gelangen schließlich zur Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Der Musikunterricht wird in der zwölften Klasse mit dem Erstellen und Aufführen eigener Kompositionen zum Abschluss gebracht.

Die Früchte der künstlerischen Arbeit werden während des Schuljahres in kleinen Aufführungen wie zum Beispiel Monatsfeiern und in einer großen Aufführung einmal im Jahr im Burghof gezeigt (siehe Aktuelles).

Malen und Zeichnen

Das Malen und Zeichnen begleitet den Waldorfschüler durch seine gesamte Schulzeit. Ab der 1. Klasse wird in der Unterstufe das Malen mit Wachsmalkreiden und Aquarellfarben geübt.

Die Bildinhalte sind immer an die Unterrichtsinhalte und en jeweiligen Erzählstoff der Klassenstufen geknüpft. Dazu kommt das waldorfspezifische Fach Formenzeichnen. Es wird in der Unterstufe epochenweise im Hauptunterricht unterrichtet und unterstützt die Entwicklung eines harmonischen Formgefühles bei den Kindern.

In der Mittelstufe tritt das zeichnerische Element hinzu. Dies geschieht in Form von Schwarz-Weiss-Zeichnenübungen und Übungen zur Perspektive. Hier geht es um die konkretere Wahrnehmung der umgebenden Realität, dieses gehört entwicklungsmäßig in die Mittelstufe hinein. Nachdem das Malen und Zeichnen in der Unter- und Mittelstufe durch den Klassenlehrer unterrichtet wurde, wird es in der Oberstufe durch den Kunstlehrer erteilt. In der 9. und 10. Klasse wird unmittelbar an die Mittelstufe angeknüpft, es stehen das Zeichnen von Stillleben, Landschaft und Architektur, sowie die verschiedenen Drucktechniken im Vordergrund. Genaues Wahrnehmen und exaktes Zeichnen sind die unabdingbaren Grundlagen für den darauf folgenden sensiblen Umgang mit Farben. Ab der 11. Klasse werden verschiedene Techniken der Malerei erübt, wie zum Beispiel das Malen mit Pastellkreiden, Eitempera, Ölfarbe und Aquarellfarben. Das Thema der 11. Klasse fokussiert auf die Landschaft und in der 12. Klasse wird das Fach Malen und Zeichnen mit einer Ausstellung der Schülerarbeiten abgeschlossen.

Eurythmie

Das Wort Eurythmie ist untrennbar mit der Waldorfschule verbunden. Eurythmie ("schönes Bewegen, Gleichmaß der Bewegung", griech.) ist ein von Rudolf Steiner geschaffene Bewegungskunst. Sprache und Musik werden über das innere Erleben durch Bewegungen des Körpers künstlerisch gestaltet. Während der gesamten Schulzeit werden zwei Stunden pro Woche Eurythmie unterrichtet. (Eurythmie ist heute weltweit als Bühnenkunst bekannt, findet aber auch in heilpädagogischer Arbeit und Künstlerischer Therapie breite Anwendung.)

Sport

In den unteren Klassen wird der Schwerpunkt auf das Spielturnen gelegt. Später stehen Geräteturnen, Schwimmen, Leichtathletik, Mannschaftssportarten mit Bothmergymnastik auf dem Plan.